01.12.2009

ryland bouchard - cowbirds and cuckoos

über ryland bouchard hatte ich bereits berichtet. mehrmals. unter dem moniker the robot ate me stand er all jenen zur seite, die auf homerecording, d.i.y. und lofi standen und dabei nie die melodie aus den augen verloren. "cowbirds and cuckoos" erschien im november 2009 auf swim slowly records und markiert erneut einen abschnitt in der karriere des neu zum leben erwachten ryland bouchard, nachdem er im vergangenen jahr mit der "seeds" box, darin enthalten immerhin vier 7", mehrere cds, t-shirt, tasche und vieles mehr, seiner vergangenheit aufs erste abschwor. der sich über zwei langspielplatten erstreckende neue auswurf verheißt melancholische spielerei, dazu den sanftmut bouchards nicht ganz unschuldiger stimme nebst gewöhnlicher elektronik, verquickt mit altbekanntem instrumentarium aus der schublade (schau nach, du hast ähnliches daheim). da nur auf 500 kopien limitiert, heißt es, sich zu beeilen.
ryland bouchard - climb to the top
ryland bouchard - no blood is new
ryland bouchard - snowbird #2

30.11.2009

on3 radio festival 2009, teil 2

insignien

alle studios waren von anfang an gut gefüllt. aber nie so brechend voll, dass man mit seinen nebenleuten auf gedeih und verderb kuscheln musste. gut so. transpirieren sollten schließlich die menschen auf der bühne. oder? nun, wenn royal bangs antreten, kommt auch der gemeine konzertbesucher nicht umhin, mit dem hinterteil zu wackeln. wenigstens.

aber dazu später mehr. zunächst ging es um den part singer/songwriter. mit chris garneau kam ein gast aus der brutstätte des musikbusiness schlechthin: brooklyn. eine kleine bude soll er dort haben und sich darin mit lampenschirmen aller art sowie tasteninstrumenten, möglichst antiker natur, umgeben. ein solch altes teil hatte er bei sich. ein geschoss von keyboard, dessen sound zwischen hammondorgel und holzstichigem klavier alternierte. und so einen trefflichen klang zu tage förderte, der chris zwang, seinen lieder das letzte hemd überzustreifen. denn es ging ums ganze. kein trompetchen, das verloren geglaubte noten einholt, kein geschlagen blech, das grenzen setzt, kein hall, der abfedert. lediglich eine cellistin hatte der überaus kleine mann bei sich. doch die setzte nur selten, dann aber dezent und gekonnt, ihren bogen an. hier ein refrain unterstützt, dort das spiegeln der regentropfen gezupft: "hands on the radio" war ein gänsehautmoment. die angeschlagenen tasten hinterliessen das glitzern wie es auf den fensterscheiben schimmert, wenn der regen fortzog, um den ersten sonnenstrahlen den platz zu räumen. ein paar wasserblasen noch, tropf - zupf, tropf - zupf, tropf - zupf. chris garneau erinnert sehr an den bayerischen unhelden kübelböck. die größe, die gestik, die mimik. manchmal auch die stimme, eine helle, lichte präsenz. aber seine lieder katapultieren ihn selbstredend in eine andere liga. innig, unumwunden liebeswund, herzensschwer. als trüge er hoffnungen zu grabe, jeden tag, wie einen job, den es zu erfüllen gilt. und so hockt er denn da, in schweren stiefeln, in ein altes t-shirt gewandet, strubbeliges schwarzes haar auf dem haupt, leicht verloren auf der großen bühne, abseits von theatralischem gewerk, wie es ihn zeitweise auf seinen tonträgern unterstützt. und er meistert die situation gleichsam introvertiert als auch gelassen. seine ersten schritte in deutschland sind wohlgesetzt. das publikum, zu großen teilen wegen ihm im studio erschienen, war aufmerksam und zollte der darbietung respekt und dank.
chris garneau - black & blue
chris garneau - dirty night clowns

mein persönlicher festivalabschluss, wir befinden uns bereits im morgengrauen des sonntags, wird von royal bangs gestaltet. die illustre truppe aus knoxville, gerade mit ihrem zweiten album "let it beep" in aller munde, bläst sofort die fanfaren. zwei e-gitarren, ein bass und das zu drangsalierende drumset bilden das rhythmusgeflecht. akzente werden nicht gesetzt, sondern geschlagen. die saiteninstrumente müssen dem sturmwind rudernder arme standhalten ebenso wie die felle der trommeln. der glanz: polythythmik, der man nicht sofort auf den grund kommt. wer sich bewegen will, muss sich erst einmal klarmachen, wonach. zudem giftet sich sänger sam stratton durch die fontanelle ins hirn und gräbt sich dort tief in die hintersten bereiche. sein hoch angesetztes, gällendes organ fetzt über allem hinweg. immer wieder freundlich durchschnitten von einer tragenden melodie, die eine der gitarren wie einen diamanten glänzend darbietet. ein wildes, wüstes theater. alle sind in bewegung. der basser unterstreicht sein manisches tun mit kniegymnastik, die gitarristen arbeiten beängstigend nah in verletzungsgefährdenden bereichen. das soundbild wird gestreckt: die elektronik, versinnbildlicht durch 'zwei synthies auf regal', poltert, klackert, sprotzelt und sennst. bedient durch sam, den tausendsassa, das kleine, nicht stoppende etwas. eine show! die songs haben die passenden namen: "war bells", "brainbow", "waking up weird".
ein grandioses ende. das konzept des festivals ist aufgegangen. die mischung war ausgewogen und bot neben den neuentdeckungen aus in-, um und ausland auch eine plattform, um alten bekannten zu begegnen. doch wir wissen (noch) nicht, wie der auftritt von kettcar gelaufen ist... dies und vieles andere gibt es nachzulesen auf der on3 page. dort auch ein sack voll mp3s, videos, interviews...

29.11.2009

on3 radio festival 2009, teil 1

herzlichen dank vorab an einen ausgezeichneten veranstalter, der eine wohlfühlatmosphäre aufs parkett legte, wie man sie nur selten findet. ein rundumsorglospaket für besucher und, wie ich meine, auch für die musiker. information, catering, zu- und abgang, personal, alles prima. in so einem klima konnte auch das etwas abgewandelte konzept - hin zu mehr regionaler präsenz und weg von größeren internationalen acts - gelingen. ansonsten: alles wie immer. drei studios in den hallen des bayerischen rundfunks, die rund um die uhr mit konzerten glänzten. mit einem kleinen, handlichen festivalplaner ausgerüstet, konnte der werte zuhörer sein eigenes, ganz persönliches event kreieren.
the great bertholinis sollten mein einstieg sein, doch durch meinen rechtzeitigen antritt gelang vorab der besuch des kleinmeister konzertes. diese band stammt aus rosenheim, rekrutiert sich aus drei studenten und zwingt zur bewegung im auditorium mittels gitarre, bass und schlagzeug. simpler könnten die voraussetzungen nicht sein, doch was die oberbayern daraus machen, ist aller ehren wert. wildes drauflosgekloppe ist ihre sache nicht.

hier wird auf melodie gesetzt, die von simon mit in höhen angestifteter stimme energisch und mit schmackes vorgetragen wird. das rhythmuskonzept ist ständiger unruheherd und dennoch wetvoll unterstreichend. da hibbelt basser max, der bruder des sängers, über die bühne und entwedelt seinem gerät schwungvollen beat, wie ihn johannes, der schlagzeuger mit aller macht vorgibt. überhaupt, die schießbude: satter knall aus dem hintergrund. und die jungs, die zuletzt eine zehn wochen begleitung durch den bayerischen rundfunk erfahren haben, sind zudem nicht auf den mund gefallen. fallen auf durch kecke sprüche, ein gutes miteinander, wie es eben hier in bergnähe so üblich ist. höhepunkt des auf vierzig minuten begrenzten auftritts sicher "cynical girl", ein hookgeladener song, der dank flirrender gitarre, drippelnden basses und des - eh klar - satten drumeinsatzes sowie einer flotten melodie sofort ins ohr geht. setlist: end of november / jesse / common tuesday / you are worse / nosfalgia /cynical girl / love
kleinmeister - common tuesday

nach diesem fetzigen aufgalopp sollte es noch etwas aufgeregter werden. the great bertholinis standen auf dem programm. eine achtköpfige truppe aus franken, die sich einem kruden mix aus marschmusik, polka, balkanbeat und blaugras verschrieben hat. wusste man ja vorher. aber ob sie das auch gekonnt auf die bühne bringen würden, stand im raum. und ob sie es konnten. ohne zu zögern bretterten die jungs los, die e-gitarre des ungarisch anmahnenden zweitsängers oszkar schnitt umgehend schmackhafte brocken vom hausgebackenen brot aus bläsersätzen, die weder übertönten noch übertünchten, einem wieselflinken schlagwerk, das sich fein ziseliert unter die vielschichtige darbietung schob, der akustischen, dem banjo, je nach belieben und dem wirklich feinen organ von todor, der zuweilen mehr deklamierte denn sang. kein wirklicher entertainer, aber ein frontmann, der sich seiner rolle bewusst war. so trieb er seine mannen mit ausholender gestik immer wieder voran und stürmte, wenn es not tat, auch mit gewaltigem "marching on, marching on" voran.

dass er sich hin und wieder den gesangspart mit seinem kollegen oszkar teilte, war nur gut, wenn sie im duo ihre stimmen verschmelzen liessen. oszkars stimme allein wies doch recht deutlich auf die magere statur des schnauzbärtigen gitarristen hin und damit auf mangelnde resonanz. etwas dünn. "time machine" ein vorzüglicher stomp, "whispering fools" ein stimmiger schmeichler und "the waltz and the failure" ein aufgeräumtes und zugleich großspuriges brasstheater. die jungs haben eine menge zu bieten und wer sie erwischt, geht hin. setlist: intro / the day i leave / the waltz and the failure / don't hurt / someday someone / i'll be fine / time machine / guest conductor / run to hide / whispering fools
the great bertholinis - the waltz and the failure

die truppe mit dem besonderen humor trat nachfolgend an den bühnenrand, my little pony aus norwegen. liebe deutsche ansage, honigsüsse popsongs im anschluss. im gepäck das 08er album "think to much". und zwischendrin den einen oder anderen griffigen text. das ganze abgehalten irgendwo zwischen twee, jingle jangle (ohne jingle jangle) und den waglosen melodien von the lucksmiths oder billie the vision and the dancers. das haute hin und versetzte umgehend das publikum in grinsehaltung. ok, nicht sofort. es brauchte ein paar minuten des warmwerdens. aber spätestens als der "macgyver blues" eintrippelte. die melodie so grazil, die mundharmonika wenig fordernd unterstreichend, das zusammenspiel gekonnt und warmherzig. in ergänzung weiblicher und männlicher gesang, zart umschmeichelnd, harmonie in reinform, wenn da nicht die luftigen stellen zwischen den textzeilen wären. weniger vorsichtig setzte sich einer der nachfolgenden songs mit einer aktuellen thematik auseinander. "do you really love me or am i just in your network?", gesungen von nina in solo, brachte spätestens auch die männlichen besucher in stellung, angesichts von anmut und stimmlicher reinheit. dazu der sämige harmonieschmelz. herrlich. ola übernahm wieder das mikro und es ging fort mit "i don't know" und dem augenzwinkernden "a song for you (on your 40th birthday)", den sich die jungspunde vermutlich noch gar nicht vorstellen können. als schließlich noch streicher und ein paar bläser die bühne enterten war es auch um die contenance von frontmann ola geschehen. gemeinsam mit gitarrist simen versuchte er sich im dauergrinsen angesichts der kraftvollen unterstützung aus dem hintergrund.

schön zu sehen, wie beeindruckt und erfreut die truppe war. das ende des elf songs umfassenden sets (die setlist war schlecht gepinsel, meine gott!), bildete der aktuelle song "capitol of norway". zuvor noch "skipping down the stree", der opener des albums, "west wing", "fragments" (?), "dead" (?), "grass"(?).
my little pony - macgyver blues
my little pony - do you really love me or am i just in your network?
teil 2 folgt mit berichten zu chris garneau und royal bangs.
alle tracks live vom on3 radio festival, via on3radio.de

28.11.2009

black mold

ich weiß nicht, ob und wie weitermachen.

am vorgestrigen 26.11. habe ich an meinem freien vormittag 2,5 stunden in den blog investiert. so konnte ich fünf bis sechs posts vorbereiten, redigieren, anpassen, beenden. alles weg.

der aufwand ist (war!) enorm. nie habe ich mich beschwert (bei wem auch?), noch etwas eingeklagt (im gegenteil!). alle uhren stehen still.

ich freu mich auf das album von black mold. dahinter steckt chad vangaalen, dem ich im klienicum immer mal wieder ein denkmal zu setzen suchte. nach drei tollen alben unter seinem eigentlichen namen versteckt er sein instrumentelles 'ich' hinter black mold. alle formate wird es für das "snow blindness is crytsal antz" getaufte album demnächst auf flemish eye geben.
black mold - metal spider webs
black mold - tetra pack heads

27.11.2009

meursault

heute gäbe es im klienicum einen post zur band meursault aus edinburgh. sie fabrizieren einen irren mix aus folk und electronica, wobei letzteres nach und nach in den hintergrund tritt, wie mir scheint. aber gerade auf ihrem debutalbum (erschien ende 08) nutzen sie noch derb die fähigkeiten ihres imac aus. eine ep gibt es mittlerweile recht frisch. beide auf song, by toad records erschienen. dort kann man auch in einige mp3s hören. viel spaß.

26.11.2009

in eigener sache

mein ursprungsblog wurde gelöscht/gesperrt. was auch immer. eine wirklich zufriedenstellende auskunft habe ich nicht erhalten. jeder, der auf http://dasklienicum.blogspot.com/ geht, erhält derzeit die information: "Das gesuchte Blog wurde nicht gefunden." ein sehr frustrierender zustand.
erfahren konnte ich folgendes:
Mithilfe der Blogger-Roboterprogramme zur Spamvermeidung wurde festgestellt, dass Ihr Blog Merkmale eines Spam-Blogs besitzt. (Was ist ein Spam-Blog?) Da Sie diese Informationen als reelle Person lesen, ist Ihr Blog wahrscheinlich kein Spam-Blog. Die automatisierte Spam-Erkennung ist von ihrem Prinzip her ungenau, und wir entschuldigen uns aufrichtig für diese fehlerhafte Meldung Ihres Blogs als Spam-Blog.
Wir haben Ihre Anfrage zum Entsperren am 26. November 2009 erhalten. Im Namen der Robots entschuldigen wir uns, dass Ihr Non-Spam-Blog gesperrt wurde. Haben Sie etwas Geduld, wir prüfen Ihr Blog und stellen sicher, dass es sich nicht um Spam handelt.

ob es das alte "klienicum" wiedergeben wird, weiß ich. denn solcher willkür unterlegen zu sein, ist niederschlagend und eine fortführung unter denselben vorzeichen hielte ich für fahrlässig.